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Wie findet man Exoplaneten?

Eine Übersicht über Methoden der Exoplanetenentdeckung

Geschichte der Entdeckung von Exoplaneten

Wie viele Planeten gibt es? Seit Menschen den Himmel beobachten beschäftigen Sie sich mit der Frage, ob es auch um andere Sterne Planetensysteme gibt. Die Idee, das es neben unserer Welt noch weitere ähnliche gibt wurde bereits von den alten Griechen diskutiert. So ist vom griechischen Philosophen Demokrit von Abdera (460/459 v.u.Z - 371 v.u.Z) folgendes Zitat überliefert [5]:

"In einigen Welten gibt es weder Sonne noch Mond, in anderen sind sie größer als in der unsrigen, in wieder anderen sind sie zahlreicher. In einigen Teilen gibt es mehr Welten, in anderen weniger ..."

Später im Europa des 16. Jahrhunderts glaubte auch Giordano Bruno, ein italienischer Priester und Gelehrter, das das Weltall unendlich ist und es unendlich viele bewohnte Welten im Universum gibt.

Zitat von Giordano Bruno: Ich behaupte, das das All unendlich ist, dass eine Unzahl von Weltkörpern existiert: Gestirne, Erden, Sonnen

Bei der Kirche war diese Ansicht allerdings recht unpopulär und einer der Gründe warum Bruno von der Inquisition wegen Ketzerei zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Einige hundert Jahre gingen ins Land und während Astronomen zunehmend zu der Meinung gelangten das auch andere Sterne Planetensysteme ähnlich des unseren haben könnten, fehlte lange Zeit die Möglichkeit dies zu beweisen. Heute ist die Suche nach sogenannten Exoplaneten ein eigener Zweig der Astronomie.

Exoplaneten oder auch extrasolare Planeten sind Planeten, die einen anderen Stern als die Sonne umkreisen. Bis Januar 2017 wurden 3572 Exoplanetenentdeckungen bestätigt. In etwa gleich viele sind unbestätigt oder haben Kandidatenstatus. Es mag mittlererweile selbstverständlich erscheinen, dass Planetensysteme keine Ausnahmeerscheinung im Universum sind, allerdings gelang erst 1988 die erste Entdeckung eines Exoplaneten. Diese war allerdings kontrovers und konnte erst im Jahr 2003 endgültig bestätigt werden. Als erste Entdeckung eines Exoplaneten, der einen Hauptreihenstern umkreist gilt heute der Exoplanet um den Stern 51 Pegasi. In den Jahren darauf wurden rasch weitere Exoplaneten entdeckt. Die Technik war nun soweit fortgeschritten, das sich ein neuer Zweig der Astronomie zu etablieren begann.

Histogramm der Exoplanetenentdeckungen aufgetragen über der Zeit.

Obige Grafik zeigt die Anzahl der Exoplanetenentdeckungen pro Jahr, sowie die Gesamtanzahl der bestätigten Entdeckungen. Der Anstieg der Planetenentdeckungen in den letzten Jahren ist darauf zurück zu führen, dass die NASA seit 2009 mit dem Kepler Weltraumteleskop über ein leistungsfähiges Beobachtungssystem verfügt, dessen primärere Einsatzzweck die Entdeckung neuer Exoplaneten ist.

Aktueller Stand der Exoplanetenentdeckungen

Die gute Nachricht ist: In den wenigen Jahren, in denen es technisch möglich ist, wurden sehr viele Exoplaneten entdeckt (>3500). Durch verbesserte Verfahren und neue Großteleskope ist auch in naher Zukunft mit einem deutlichen Anstieg der Entdeckungen zu rechnen.

Masse aufgetragen über der Umlaufzeit für über 3500 entdeckte Exoplaneten.
Masse aufgetragen über der Umlaufzeit für über 3500 entdeckte Exoplaneten.

Wenngleich es in zunehmendem Maße gelingt erdähnliche Gesteinsplaneten zu entdecken, ist die Gesamtzahl dieser Entdeckungen noch gering. Dazu kommt, das infolge von Einschränkungen der verwendeten Verfahren die entdeckten erdähnlichen Planeten meist sehr kurze Umlaufzeiten haben und sehr kleine Sterne umkreisen (Rote Zwerge). Diese Umstände führen vermutlich zu einer Synchronrotation der Planeten wodurch eine Seite des Planeten in permanente Nacht gehüllt bleibt und die andere permanent der Sonne zugewandt ist. Die Entdeckung eines Gesteinsplaneten, der in Bezug auf Masse und Entfernung zum Zentralstern mit der Erde vergleichbar ist steht derzeit noch aus.

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