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Conways Spiel des Lebens

Eine Einführung in zelluläre Automaten mit dem "Spiel des Lebens" von John Horton Conway

Neue Entwicklungen

Durch seine Entdeckung im Jahre 1970 war das Spiel des Lebens (engl.: Game of Life) bereits in der Anfangszeit der Computertechnik sehr beliebt. Für seine Umsetzung benötigt man wenig Resourcen und so wurde es in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts von fast jedem Computerbegeisterten sofort auf den damals aufkommenden 8 Bit Heimcomputern implementiert. Es wurde schnell zu einer Art "Hello World" der Computerprogrammierung. Was viele Menschen daran fasziniert ist, das ein sehr einfacher Regelsatz für beliebig komplizierte Muster verantwortlich sein kann. Im folgenden Kapitel wollen wir kurz neuere Entwicklungen zum Spiel des Lebens aufgreifen.

Das OCTA-Metapixel

In dem Interview auf der vorhergehenden Seite hat John Conway bereits erwähnt, das man mit dem Spiel des Lebens beliebige Berechnungen anstellen kann. Was das bedeutet, zeigt auf beeindruckende Weise das Octa-Metapixel. Das ist ein komplexes Muster in Game of Life, welches seinerseits die Regeln von Game of Life implementiert. Vereinfacht gesagt implementiert das Octa-Matapixel Game of Life in Game of Life! (Wen erinnert das noch an den Film Inception?)

Externer Inhalt: Video des Youtube Kanals von Phillip Bradbury

Video: "Life in Life" von Phillip Bradbury [3]. Erzeugt mit dem simulator Golly unter Verwendung des OCTA-Metapixels

Der Grundbaustein dieser Simulation ist das OCTA-Metapixel [3]. Dabei handelt es sich um eine 2048 x 2048 Einheitszelle, die von Brice Due im Jahr 2006 entworfen wurde. Eine Einheitszelle ist ein Gebilde, das in der Lage ist andere zellulare Automaten nachzubilden (oder auch sich selbst). Es gab bereits vorher andere Einheitszellen für das Spiel des Lebens, wie z.B. die P5760 Einheitszelle, allerdings ist das OCTA-Metapixel dahingehend einzigartig, das es einer Zelle sehr ähnlich sieht. Soweit es mich betrifft habe ich keine Ahnung, wie man auf so etwas kommen kann und halte das für schwarzen Magie. Aber es ist sehr beeindruckend und einfach schön anzusehen.

Smooth Life

Smooth Life ist der Name für eine Erweiterung des Spiels des Lebens auf einen kontinuierlichen Simulationsbereich. Anstelle von diskreten Zuständen werden Gleitkommazahlen verwendet. Die Regeln von SmoothLife wurden von Stephan Rafler [5] entworfen. Das hier gezeigte Video wurde von Tim Hutton mit SmoothLife erstellt. Eine ausführlichere Sammlung von SmoothLife videos kann auf dem SmoothLife Videokanal bestaunt werden.

Externer Inhalt: Video des Youtube Kanals von Tim Hutton

Video: SmoothLife zeigt viele der bekannten Strukturen aus dem Spiel des Lebens, wie z.B. die Gleiter. Die Visualisierung von SmoothLife erinnert jedoch sehr stark an biologisches Leben. (Video © 2012; Tim Hutton)
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