Das Huthaus

Das Huthaus wurde in westlicher Richtung an das Schachthaus angebaut.

Traditionell dienten Huthäuser als Versammlungs- und Gebetsstätten der Bergleute. Das Huthaus der Alte Elisabeth wurde im Jahr 1856 in westlicher Richtung an das Treibehaus der Grube angebaut. Diese Anordnung ist untypisch für Bergwerksgebäude in der Region, da das Huthaus normalerweise mit einigem Abstand zu Treibehaus und Schachtkaue errichtet wurde. Huthäuser enthielten ebenfalls die Wohnung des Hutmannes manchmal auch des Steigers bzw. Obersteigers. Die ehemaligen Wohnräume befinden sich heute noch über der Betstube.

Das Huthaus enthielt ursprünglich zwei, in etwa gleich große, Räume. Diese wurden von 1856 bis 1864 zunächst als Scheidebänke genutzt. Aus dieser Zeit stammt auch der mit Gneisplatten ausgelegte Fußboden der Räume im Erdgeschoss [1]. Eine kleine Scheidebank mit zwei Arbeitsplätzen kann heute noch besichtigt werden.

Die Betstube

Die Betstube der Alten Elisabeth befindet sich im Huthaus der Grube, das im Jahr 1856 in westlicher Richtung an das Treibehaus angebaut wurde. Vor der Nutzung als Betstube wurde der Raum in den Jahren 1865 bis 1864 als Scheidebank genutzt. Auf die ursprüngliche Nutzung deuten heute noch die großen Fenster auf der Südseite des Gebäudes hin.

In Betstuben fanden Andachten statt, es wurden Dienstanweisungen ausgegeben und die Anwesenheit der Bergleute kontrolliert. In der Weihnachtszeit wurden hier die "Mettenschichten" gefeiert. Die Betstube der Grube diente gleichzeitig auch als kleine Werkstatt. Zur erhaltenen Originalausstattung der Stube gehören gezimmerte Sitzbänke, ein Orgelpositiv, Werkbänke, Werkzeug und Kleiderhaken.

Links: Holzstatue der heiligen Barbara; Mitte: Betstubenorgel der Alte Elisabeth Fundgrube.

Orgelpositiv

Ein Orgelpositiv ist eine kleine, leicht versetzbare Orgel mit wenigen Registern und ohne Pedale. Es dient der Unterstützung des Chorgesangs und wird oft in kleinen Kirchen- und Gebetsräumen verwendet. Das Orgelpositiv in der Betstube der Alten Elisabeth ist heute die einzige am Originalstandort erhaltene Betstubenorgel des Freiberger Reviers.

Sie ist mit farbig abgesetzten Schnitzereien verziert. Als bauliche Besonderheit ist erwähnenswert, dass die insgesamt 188 tönenden Pfeifen aus Holz sind. Die Orgel entstand vermutlich als Auftragsarbeit für die Betstube der Grube. Der Erbauer ist heute nicht mehr bekannt. [1]

Die Betstubenorgel der Grube "Alte Elisabeth". (Nach einer Zeichnung von Fritz Bleyl [2]).

Die Heilige Barbara - Schutzheilige der Bergleute

Die Enthauptung von Barbara von Nikomedia durch ihren Vater. (Altarbild Kirche St. Nikolai Oberbobritzsch; 1521; Fotograf: Jörg Blobelt; CC BY-SA 4.0)

In der Betstube befindet sich heute auch eine Holzstatue von Barbara von Nikomedia. Nach katholischer Überlieferung war sie eine christliche Jungfrau und Märtyrerin des 3. Jahrhunderts, die von Bergleuten als Schutzheilige verehrt wird. Der Legende nach lebte die schöne und kluge Tochter des reichen griechischen Kaufmannes Dioskoros im heutigen Izmit in der Türkei. Viele Männer hielten um Ihre Hand an, wurden von Ihr jedoch zurückgewiesen. Während der Zeit der Christenverfolgung im römischen Reich traf sie sich heimlich mit einer Gruppe Christen und wandte sich dem christlichen Glauben zu.

Ihr heidnischer Vater wollte dies mit allen Mitteln verhindern und schloß sie in einem Turm ein, um sie von der Aussenwelt abzuschotten. In einigen Versionen der Legende tat er dies auch aus Eifersucht und um die Heirat seiner bildschönen Tochter zu verhindern, in anderen Versionen schloß er sie ein, um sie mit einem Mitglied des kaiserlichen Hofes zu verheiraten.

In ihrer Gefangenschaft wandte Sie sich endgültig dem Christentum zu und ließ sich während einer Reise des Vaters in einem heidnischen Opferbecken heimlich taufen. Als Zeichen für ihren neu angenommen Glauben ließ sie der Überlieferung nach ein drittes Fenster in den Turm brechen. Dieses Fenster sollte die heilige Dreifaltigkeit symbolisieren.

Als Ihr Vater dies erfuhr beschloss er sie zu töten. Auf der Flucht vor ihm soll sie durch eine Spalte im Berg entkommen sein, die sich durch ein Wunder vor Ihr öffnete. Wegen der Flucht durch die Bergspalte machten die Bergleute die heilige Barbara später zu ihrer Schutzheiligen.

Sie fand Unterschlupf bei einem Hirten, der sie allerdings verriet. Der Hirte wurde der Legende nach zur Strafe von Gott in einen Stein verwandelt, seine Schafe in Heuschrecken. Der Vater übergab Barbara dem römischen Statthalter Marcianus, der sie zum Tode verurteilte. Sie wurde mißhandelt und gefoltert. Der Legende nach erschien Ihr Jesus in der Gefängniszelle und heilte Ihre Wunden.

Letztendlich enthauptete der Vater seine eigene Tochter, woraufhin er von einem Blitz erschlagen wurde und verbrannte. Aufgrund dieses Teiles der Erzählung wird die heilige Barbara auch mit Blitzen in Verbindung Gebracht. Gläubige Katholiken richten bei Stürmen und Unwettern Gebete an sie. (Quellen: [4] und [5])

Scheidebank

Scheidebank im Huthaus der Alten Elisabeth Zimmermannswerkstatt im Vorraum zum Maschinenhaus

Im Huthaus, im Vorraum zum Maschinenhaus ist eine kleine Scheidebank mit zwei Arbeitsplätzen erhalten geblieben. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die Hauptscheidebank der Grube, denn im Verlauf der Zeit dienten verschiedene Räume, darunter auch die Betstube als Scheidebänke. Im Jahr 1864 wurde eine neue Scheidebank in einem eigenständigen Gebäude hinter dem Maschinenhaus errichtet. Dieses Gebäude wurde 1913 abgerissen.

Auf Scheidebänken wurde eine erste grobe Trennung von Erz und taubem Gestein durchgeführt. Durch die Vorsortierung konnte man sich den Transport von taubem Gestein zur Hütte sparen und dem Schmelzprozess bereits angereichertes Erz zuführen.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Arbeit an den Scheidebänken oft von Jugendlichen und Kindern geleistet. Die Scheidejungen saßen an langen Tischen und zerschlugen die mit Nebengestein verwachsenen Erzstücke mit einem Fäustel. Danach wurden sie in Kübeln zu Förderwagen oder Karren gebracht, welche das Erz zur Hütte brachten.

Literaturverzeichnis

  1. Herbert Pforr, Reimund Brendler: "Exkursionsführer Lehrgrube "Alte Elisabeth", Heft 1: Die Tagesanlagen der Lehrgrube "Alte Elisabeth""; Hrsg.: TU Bergakademie Freiberg, Freiberg 1981; Seiten: 58, 62
  2. Fritz Bleyl: "Baulich und volkskundlich Beachtenswertes aus dem Kulturgebiete des Silberbergbaues zu Freiberg, Schneeberg und Johanngeorgenstadt im sächsischen Erzgebirge."; Hrsg.: Landesverein Sächsischer Heimatschutz; Dresden 1917; Seite 174
  3. katholisch.de: "Heilige Barbara"; Internetportal katholisch.de; abgerufen am 2020-11-01
  4. wikipedia.de: "Barbara von Nikomedien"; Wikipedia, die freie Enzyklopädie, 2020; Stand 2020-11-01

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