Der Ludwigschacht

Blick von der Halde des Ludwigschachtes ins Muldental. Kaue des Ludwigschachtes. (Foto: Karl August Reymann)

Der ehemalige Ludwigschacht der Himmelfahrt Fundgrube befindet sich nordöstlich von Freiberg an der Freiberger Mulde. Von der Halde bietet sich ein schöner Blick ins Muldental. Über Tage erinnert heute nur noch die Halde selbst an die Schachtanlage. Die Obertageanlagen wurden bereits vor langer Zeit abgerissen.

Der seigere Schacht wurde 1853 in direkter Nähe des Flusses abgeteuft. Er diente als Wasserhaltungs-, Fahrungs- und Förderschacht. Heute erinnert auf der Halde nur noch eine unscheinbare Zementinschrift an seine Position. Er erhielt als letzter Schacht des Freiberger Reviers im Jahr 1863 einen Wassergöpel mit einem 10 Meter hohen Kehrrad für die Förderung und einem Kunstrad für die Wasserlösung. Gleichzeitig erfolgte über Tage der Bau eines neuen Treibehauses.

Das Aufschlagwasser für die Räder entnahm man bei der Davidwäsche in Halsbach der Freiberger Mulde, von wo aus es über eine Entfernung von 850 m mittels eines Kunstgrabens und einer Rösche zugeführt wurde. Abschlagwässer und gehobene Grubenwässer flossen anschliessend über eine Rösche in die Freiberger Mulde zurück [2].

Der Ludwigschacht verfügte über eine Fahrkunst. 1889 wurden Kunstrad und Fahrkunst erneuert. Eine neue, mit eisernen Gestängen versehene Fahrkunst, nahm am 4.Mai 1889 ihren Betrieb auf und blieb bis zur teilweisen Betriebseinstellung im Jahr 1906 in Benutztung [1]. Teile diese Fahrkunst sind heute im Stadt und Bergbaumuseum Freiberg ausgestellt.

Der Betrieb im Ludwigschacht wurde im Jahr 1916 endgültig eingestellt. Bei Schließung hatte er eine Teufe von 416 m. Der Schacht wurde verwahrt indem die oberen 50 m mit Gestein verfüllt wurden [1]. Verbliebene noch offene Teile des Schachtes wurden in den Jahren 1969/1970 endgültig mit Zement verfüllt.

Schematische Darstellung eins Bergwerks mit Wassergöpel, Kunst- und Kehrrad.
Die Obertägigen Reste des verfüllten Ludwigschachtes. Hier befand sich einst das Schachthaus.
Inschrift mit Hinweis auf das Datum der Verfüllung des Schachtes.
Die Halde des Ludwigschachtes am Ufer der Freiberger Mulde. Im Hintergrund ist die Reiche Zeche zu sehen.
Beim Blick über das Tal der Freiberger Mulde kann man alte Bergbauhalden auf den Feldern erkennen. In dem Wald in der Mitte befinden sich die Fundstellen des Halsbrücker Achates.

Lage

Die Halde des Ludwigschachtes befindet sich ausserhalb des Freiberger Stadtgebietes. Sie ist am besten über den Fuchsmühlenweg zu erreichen. Eine direkte Anfahrt mit dem Auto ist nicht möglich, die Halde ist aber bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.


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Weblinks

Quellenverzeichnis

  1. unbekannter-bergbau.de: "Der Ludwigschacht zwischen Freiberg und Tuttendorf"; Online; Stand November 2020
  2. Jens Pfeifer: Die Fahrkünste im Freiberger Revier mit besonderer Berücksichtigung des Fahrkunstunglücks vom 29. Februar 1880 auf dem Abrahamschacht der Himmelfahrt Fundgrube. Online; Veröffentlicht in "Bergbau und Kunst. Band III Technische Künste (Wasserkunst, Wetterkunst, Markscheidekunst, Förderkunst, Fahrkunst, Schmelzkunst etc.)"; Hrsg: Wolfgang Ingenhaeff, Johann Bair,Berenkamp Verlag, Wattens,2013. Seite 195-225.