Bedeutende Persönlichkeiten des Freiberger Bergbaus

F. A. von Heynitz als sächsischer Generalbergkommissar (Gemälde 1772; Anton Graff; Quelle: Wikimedia Commons)

Friedrich Anton von Heynitz

(14. Mai 1725 in Dröschkau; † 15. Mai 1802 in Berlin)

Heynitz studierte Naturwissenschaften und Forstwissenschaften in Dresden sowie Berg-, Hütten- und Salinenwesen in Freiberg und Kösen. 1747 wurde er bei der braunschweigischen Bergverwaltung angestellt, wo er 1762 zum Vizeberghauptmann ernannt wurde. In dieser Funktion verhalf er dem Bergbau des Unterharzes durch Errichtung von bergmännischen Künsten zu einem Aufschwung.

1764 wurde er durch Prinz Xaver von Sachsen nach Sachsen geholt und zum Generalbergkommisar ernannt. Er übernahm er die Leitung des sächsischen Bergwesens. Im vom siebenjährigen Krieg zerstörten Sachsen plante er den Wiederaufbau des Berg- und Hüttenwesens durch umfassende Reformen. Er gründete zusammen mit Friedrich Wilhelm von Oppel 1765 die Bergakademie Freiberg, die älteste heute noch bestehende Montanhochschule der Welt.

Er schied 1774 wegen Meinungsverschiedenheiten über die Kompetenzen der 1772 von ihm gegründeten kursächsischen Salinendirekten aus dem sächischen Staatsdienst aus. Drei Jahre später (1777) trat er eine Anstellung in Preußen an, wo ihn Friedrich II zum Etats,- Kriegs- und dirigirenden Minister und Oberberghauptmann ernannte. In dieser Funktion reformierte er 1778 die 1770 nach Vorbild der Bergakademie Freiberg gegründete Bergakademie in Berlin. Auf seine Initiative wurde der Stellenwert der Naturwissenschaften an den höheren Schulen Preußens erhöht.

1786 wird er zum akademischen Kurator der Berliner Kunstakademie, der er 1790 eine neue Verfassung gab. 1791 wurde ihm der Scharze Adlerorden, der höchste preußische Orden verliehen. 1792 wurde er Ehrenmitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1798 war er an der Gründung der Bauakademie Berlin beteiligt.

Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1802 im Amt eines Ministers und Oberberghauptmannes. Heynitz wurde in der Stadtpfarrkirche von Belgern beigesetzt. Er gilt heute als einer der größten deutschen Staatswirte des 18. Jahrhunderts und als einer der der bedeutendsten Bergleute Preußens.

Lithographie von Abraham Gottlob Werner (Quelle: Wikimedia Commons)

Abraham Gottlob Werner

(25. September 1749 in Wehrau; † 30. Juni 1817 in Dresden)

Abraham Gottlob Werner war Mineraloge und Geologe. Er gilt als Begründer von wissenschaftlicher Mineralogie und Geognosie. Die Geognosie ist die Lehre von Struktur und Aufbau der Erde. Werner führte den Begriff als Ersatz für den Begriff "Gebirgskunde" ein. Dieser heute unübliche Begriff wurde mittlererweile durch den Begriff Geologie ersetzt.

Er wurde als Sohn von Abraham David Werner, dem Gräflich-Solms'schen Eisenhüttenwerksinspektor zu Wherau und Lorenzdorf geboren. Seine berufliche Laufbahn begann er im Jahr 1764, als er im Alter von 15 Jahren Hüttenschreiber und Gehilfe seines Vaters in den Eisenhüttenwerken wurde. Bereits in dieser Zeit wurde sein Interesse an Mineralien durch das Studium der Mineraliensammlung seines Vaters geweckt.

Im Jahr 1769 nahm er ein Studium an der Bergakademie Freiberg auf. Im Jahr 1771 wechselte er an die Universität Leipzig, wo er Rechtswissenschaften, Sprachen und Naturwissenschaften studierte. 1774 beendet er sein Studium und veröffentlich in Leipzig sein Buch "Von den äusserlichen Kennzeichen der Fossillien". Darin beschreibt er erstmals ein Klassifizierungssystem für Minerale auf Basis ihrer äußeren Kennzeichen.

Im Jahr 1775 berief ihn Carl Eugenius Pabst von Ohain als Inspektor und Lehrer and die Bergakademie Freiberg zurück. Werner trug in seiner 40 Jährigen Amtszeit entscheidend dazu bei, dass sich die Bergakademie von einer lokalen Universität zu einem weltbekannten Zentrum für wissenschaftliche Studien entwickelte. Er zog Studenten aus ganz Europa und sogar aus Amerika (Nord und Süd) an. Zu seinen Schüler zählten unter anderen Alexander von Humboldt, Leopold von Buch, Friedrich Mohs und Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (Novalis)

Werner begründete die (heute verworfene), neptunistische Theorie, nach der alle Gesteine Sedimentgesteine sind, die im Wasser eines weltumspannenden Urozeans gebildet wurden. Das führte in der Zeit von 1790 bis 1830 zum sogenannte "Basaltstreit" mit den "Plutonisten", die ihrerseits annahmen, dass die Gesteine vulkanischen Ursprungs seien. Aus dieser Auseinandersetzung, in der die Plutonisten am Ende die besseren Argumente hatten, ging später die moderne Geologie hervor.

Im Jahr 1791 erscheint sein Buch "Neue Theorie von der Entstehung der Gänge mit Anwendung auf den Bergbau besonders den freybergischen". Im gleichen Jahr erhält er vom Oberbergamt den Auftrag für die geognostische Landesuntersuchung Sachsens mit dem Ziel unentdeckte Bodenschätze zu finden (insbesondere Steinkohle). 1792 wird er Mitglied des Oberbergamtes und erhält die Aufsicht über die Bergakademie Freiberg. 1811 erscheint sein "Kleine Sammlung mineralogischer Berg- und Hüttenmännischer Schriften"

Werner verstarb im Jahr 1817 in Dresden. Seine Grabstätte befindet sich auf dem grünen Fiedhof von St. Marien in Freiberg.

Christian Friedrich Brendel (Unbekannter Künstler; Quelle: Wikimedia Commons)

Christian Friedrich Brendel

(26. Dezember 1776 in Neustädtel; † 20. November 1861 in Freiberg)

Brendel wurde als Sohn eines Bergmannes im Huthaus der Grube "Peter und Paul" in Neustädtel gebohren. Seine Familie war im Schneeberger Raum ansässig, wo sie bereits seit ungefähr 1630 als Bergleute, Hammerschmiede und Glashmacher tätig waren. Der Familientradition folgend wurde er bereits im Alter von 14 Jahren Zimmerling im Marx-Semler-Stolln im Schneeberger Revier. (Ein Zimmerling ist ein Bergmann, der hauptsächlich mit Holz- und Ausbauarbeiten beschäftigt war.) Später arbeitete er als Hauer in der gleichen Grube.

Durch Karl Baldauf, dem Berggeschworene des Reviers erhielt Brendel frühzeitig Privatunterricht in Mathematik und Zeichnen und wurde bald auch mit der Herstellung von Modellen und Werkzeugen beauftragt. Baldaufs Vermittlung ist es zu verdanken, das Brendel 1797 ein Stipendium an der Bergakademie Freiberg erhielt. Wo er von Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra und Abraham Gottlob Werner gefördert wurde. Er beendete seine Studien im Jahr 1802 und wurde unmittelbar im Anschluß Obersteiger auf dem Thelersberger Stolln.

Im November des gleichen Jahres brach er zu einer Studienreise nach England auf, wo er den Einsatz von Maschinen, insbesondere Dampfmaschinen im englischen Bergbau studieren sollte. Im Jahr 1805 kehrte er nach Freiberg zurück. Er wechselte nach seiner Rückkehr als Salinenmeister an die kurfürstliche Saline in Dürrenberg, wo er in den Jahren 1808 bis 1811 seine erste Dampfmaschine wattschen Typs baute. 1811 kehrte er nach Freiberg zurück, wo er seinem verstorbenen Förderer Karl Gottfried Baldauf im Amt des Kunstmeister nachfolgte. Damit wurde er zum obersten Machinenbeamten des sächsichen Berg- und Hüttenwesens. Im Jahr 1817 erhielt dieses Amt den Titel des Maschinendirektors. Im Jahr 1831 führte er zusammen mit Prof. Ferdinand Reich Fallversuche im Dreibrüderschacht zum Nachweis der Erdrotation durch. Von 1846 bis 1851 war Brendel Bergrat im Oberbergamt

Der sächsische Bergbau verdankt Brendel zahlreiche Neubauten von Wassersaülenmaschinen, Dampfmaschinen, die erste Schienenbahn Deutschlands sowie den Bau des Schwarzenberggebläses. Er war ebenfalls an der Einführung des metrischen Systemes in Sachsen beteiligt.

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