Das Schwarzenberg-Gebläse

Das Geläsehaus ist ein frei stehendes Gebäude, das 1936 als Schutzhaus für das Schwarzenberg-Gebläse errichtet wurde. Das Schwarzenberg-Gebläse, das ehemalige Hochofengebläse der Antonshütte (1831)

In einem unscheinbaren Fachwerkhaus auf dem Gelände der Fundgrube "Alte Elisabeth" steht das Schwarzenberg-Gebläse. Es ist das Hochofengebläse der königlich sächsichen Antonshütte, einer ehemaligen Schmelzhütte im Ortsteil Antonsthal der Gemeinde Breitenbrunn in Sachsen.

Auf betreiben des Freiberger Maschinendirektors Christian Friedrich Brendel sollte in der neu errichteten Antonshütte, trotz höherer Kosten ein eisernes Gebläse eingebaut werden. Dafür lag ein Angebot des Besitzers der Eisengießerei "Morgenröthe", des Bergkommissionsrates Heinrich Ludwig Lattermann vor. Die Fertigung des Gebläses durch Lattermann erfolgte in den Jahren 1830/1831. Da die Eisengießerei mit der Fertigung von so großen Maschinenteilen Neuland betrat, mußten einige Teile mehrfach gegossen werden. Trotz vieler Schierigkeiten konnte das Gebläse 1831 fertig montiert und getestet werden.

Der Antrieb erfolgte durch ein mittelschlägiges Wasserrad mit 6 m Durchmesser. Für die ersten Tests wurde das Rad noch von Hand bewegt um die Funktion des Gebläses zu überprüfen. Am 19. Juni 1831 erfolgte dann die Generalprobe mit Wasserantrieb. 14 Tage später konnte der Hüttenbetrieb mit dem neuen Gebläse aufgenommen werden. [1]

Die in neugothischem Design gehaltenen Maschine gilt als eines bedeutendsten Werke deutscher Maschinenbaukunst. Das ohne Wasserrad ungefähr 33 Tonnen schwere Gebläse besteht aus drei Zylindern, die von 12 Hohlsäulen (4.25 m hoch) getragen werden. Die Säulen sind durch gotische Spitzbögen und Maßwerk verbunden. Die doppelt wirkenden Kolben mit 0.84 m Durchmesser und 1.4 m Zylinderhub lieferten 45.5 m³/min Windausstoß bei einer Drehzahl der Antriebswelle von 10.5 U/min.

Das die Kunstvolle Ausführung bereits bei Inbetriebnahme Beachtung fand, zeigt sich darin, das sein Erbauer Lattermann in einem Brief an Brendel schrieb:

"Übrigens haben mir verschiedentlich hier auch anwesend gewesene Franzosen, Engländer, Russen, Preußen und Italiener versichert, eine derartige mit so vieler Umsicht und allseitiger Berücksichtigung projektierte Gebläsemaschine noch nirgends angetroffen zu haben."
Hölzernes Kastengebläse eines Eisenhammerwerkes mit Maschinenbauwerkstatt. (1868)

Das Gebläse war zunächst bis zur Stillegung der Antonshütte im Jahr 1860 im Einsatz. Danach wurde es zur Halsbrücker Hütte bei Freiberg umgesetzt, wo es im Jahr 1862 seinen Betrieb aufnahm und bist zum Jahr 1925 im Einsatz blieb. Im Jahr 1936 erfolgte die Umsetzung auf die Halde der Fundgrube "Alte Elisabeth", wo im gleichen Jahr ein Schutzhaus für das Gebläse erbaut wurde.

Das Kastengebläse

Im Schutzhaus des Schwarzenberg-Gebläses befindet sich seit 1955 auch ein kleineres, aus Holz gebautes Kastengebläse. Es ist das ehemalige Gebläse eines Eisenhammerwerkes mit Maschinenbauwerkstatt, das die Himmelfahrt Fundgrube 1868 an der oberen Ratsmühle bei Hilbersdorf bauen ließ. Dieses Wasserradgetriebene Gebläse gehört, obwohl jüngeren Baujahres, zu einer älteren Gebläse-Generation [1] Der Vergleich der beiden Gebläsße zeigt eindrucksvoll den Fortschritt der Maschinenbaukunst, der im 19. Jahrhundert erreicht wurde.

Das Gebläse steht auf 8 jeweils 4 Meter hohen Säulen. Darauf befindet sich ein hölzerner Kasten in dessen dreigeteilten Inneren sich quadratische Kolben bewegten. Die Kastenwände dienten gleichzeitig als Zylinderwände. Das Gebläse arbeitete doppelt wirkend. Das bedeutet, dass der Wind sowohl beim Kolbenauf-, wie auch beim Kolbenniedergang ausgedrückt wird.

Das Gebläse erzeugte 7 m³ / min Wind, der für Schmiedarbeiten benötigt wurde. Es ist heute eines der letzten erhaltenen Zeugnisse dieses Maschinentyps und stammt aus einer Zeit, in der der Bergbau Maschinen und Ausrüstung noch in Eigenregie herstellte. [1]

Wegbeschreibung vom Freiberger Obermarkt

Das Schwarzenberg-Gebläse befindet sich auf dem Gelände der Grube "Alte-Elisabeth" östlich der Freiberger Altstadt. Von dort ist es bequem per Fuß zu erreichen (ca. 1,1 km vom Obermarkt entfernt).

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Vom Obermarkt aus geht man man am Rathaus vorbei und folgt der Kesselgasse. Am Ende der Kesselgasse überquert man die Wasserturmstraße, geht ein Stück nach Links, um dann über die Donatsgasse zum Donatsturm zu gelangen. Dort überquert man den Donatsring und folgt dann der Himmelfahrtsgasse am Donatsfriedhof vorbei. Am sowjetischen Soldatenfriedhof angekommen biegt man links ab. Von dort aus sollte man die Gebäude der Grube Alte-Elisabeth bereits sehen.

Bildergallerie

Weblinks

Literaturverzeichnis

  1. Herbert Pforr, Reimund Brendler: "Exkursionsführer Lehrgrube "Alte Elisabeth", Heft 1: Die Tagesanlagen der Lehrgrube "Alte Elisabeth""; Hrsg.: TU Bergakademie Freiberg, Freiberg 1981; Seiten 66-69

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